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Seile und
Knoten
| Eine Brücke über einen Bach ,
ein grosses Aufenthaltszelt, ein Aussichtsturm: Dies sind nur ein paar
nützliche und attraktive Einrichtungen im Pfadi- oder Lagerleben. Für
deren Konstruktion sind grundlegende Kenntnisse in Seilkunde wichtig und
notwendig. Bevor man jedoch den ersten Knoten macht, muss man sich fürs
richtige Seilmaterial entscheiden und sich vom Zustand der Seile
überzeugen. |
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| Eigenschaft |
Hanfseil gedreht |
Nylonseile (Bergseile) |
Polypropylenseile |
"Hanfersatz" |
| Verwendung |
Universell |
Abseilen |
Seilbrücken, Abspannungen |
Universell |
| Wasseraufnahme |
Viel |
Sehr wenig |
Sehr wenig |
sehr wenig |
| Verrottungsbeständigkeit |
Schlecht |
Gut |
Sehr gut |
sehr gut |
| Temperaturbeständigkeit |
Sehr hohe Temperaturen |
100°C |
80°C |
hohe Temperaturen |
| Reissfestigkeit bei ø 10mm |
800kg |
2000kg |
1400kg |
2400kg |
| Dehnung |
Gering |
Sehr stark |
Stark |
Gerin |
| Kanten- und Scheuerfestigkeit |
Relativ fest |
Empfindlich |
Sehr empfindlich |
Empfindlich |
| Achtung! |
Seil verkürzt sich beim Nasswerden und lockert sich beim
Trocknen |
Nie unter Dauerbelastung verwenden (Dehnung!) |
Nie zum Abseilen oder für Karabinerseilbahnen
verwenden, da geringe Temperaturbeständigkeit |
Nie direkt um Bäume lenken, immer Karabiner oder Rolle verwenden |
- Seile vor jeder Verschmutzung und Beschädigung schützen,
nie au Seile treten
- Seile nie über scharfe Kanten laufen lassen. Lässt sich
das nicht verhindern, müssen Kanten mit einem Lappen oder
einem weichen Gegenstand gepolstert werden
- Seile immer sauber aufrollen
- Feuchte oder gar nasse Seile niemals versorgen
- Seile vor und nach Gebrauch auf schadhafte Stellen
untersuchen. Beschädigte Seile nicht mehr verwenden
- Nasse oder schmutzige Seile sind zum Trocknen aufzuhängen
oder auszubreiten (jedoch nicht bei starker und direkter
Sonneneinstrahlung) und nachher in trockenem Zustand mit einer
Reisbürste zu reinigen (immer in gleicher Richtung bürsten,
Hanfseile nie waschen!). Sandkörnchen im Seil können wie eine
Säge wirken und die Tragkraft der Seile stark vermindern.
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Seile aufrollen
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Ein sauber aufgerolltes Seil lässt sich besser
transportieren und schneller wieder gebrauchen. Ist ein Seil
sorgfältig zusammengelegt worden, und passt man beim
Auseinandernehmen auf, entsteht kein Durcheinander. Ein Seil
sollte so abgerollt werden wie es aufgerollt wurde!
Am besten wird ein Seil über die Knie im Schneidersitz
oder über die Ellenbogen einer zweiten Person aufgerollt.
Wird das Seil doppelt genommen, geht es schneller. In diesem
Fall in der Mitte des Seiles beginnen. Man kann aber ein
Seil auch Schlinge um Schlinge in der Hand aufnehmen.
Das Seil darf beim Aufrollen nicht verdreht sein (am
besten das Seil dazu vor dem Aufrollen vollständig öffnen).
Wird ein Seil so aufgenommen, dass ein Ring entsteht, muss
bei jeder Schlaufe das Seil leicht gedreht werden, was die
Entstehung von "Achten" verhindert. |
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Wichtige Knoten
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Der einfachste Knoten von allen, wie der Name schon sagt. Er wird
häufig benutzt um das Ausfransen eines Endes zu verhindern.
Tipp:
Der Einfache Knoten zieht sich leicht stark zu, daher eignet sich der
Achterknoten besser als Endknoten.

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Ein nützlicher Endknoten um ein Ende zu verdicken (z.B. um das
Durchrutschen durch eine Öse zu verhindern). Der fertige Knoten sieht
aus wie eine Acht. Er ist dem einfachen Knoten, vorzuziehen, weil er
sich nicht so zuzieht.
Tipp:
Der Achter Knoten ist auch nützlich um das Ausfransen eines Endes zu
verhindern, bevor es gespleisst wird.

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Als einfach zu lernender, brauchbarer
Allzweckknoten um zwei Enden zu verbinden, ist der Samariterknoten
wahrscheinlich der am häufigsten benutzte Knoten für diesen Zweck.
Allerdings kann nicht stark genug betont werden, dass der
Samariterknoten kein dauerhafter, sicherer Knoten ist! Ein
sicherer Knoten wie der gekreuzte Weberknoten, doppelt gekreuzte
Weberknoten oder Fischerknoten ist immer vorzuziehen.
Halte einen Teil der beiden Enden in je einer Hand, lege das linke
Ende über das rechte und stecke es darunter. Dann lege das selbe Ende,
jetzt in der rechten Hand, über das linke Ende und wieder darunter.
In England ist es üblich "Links über Rechts und Drunter, Rechts über
Links und Drunter" zu singen, während man den Knoten legt. (Er kann auch
als "Rechts über Links und Drunter, Links über Rechts und Drunter"
ausgeführt werden.)
Der Samariterknoten kann leicht gelöst werden, wenn man einen lose Part
in die entgegengesetzte Richtung über den Knoten zurückzieht und so das
Ende an dem gezogen wird streckt. Das andere Ende bildet dann einen
Ankerstich der sich leicht von dem gestrafften Ende löst.
Tipp:
Wenn du Enden ähnlicher Dicke verbinden willst und die Verbindung
sicher sein muss (z.B. um eine Person zu transportieren, oder die
Verbindung dauerhaft belastet ist) benutzt du besser den
Weberknoten.
Tipp:
Benutze diesen Knoten nicht um unterschiedlich dicke Enden zu
verbinden.

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Dieser Knoten ähnelt bei flüchtiger Betrachtung dem
Samariterknoten.
Beachte aber, dass die beiden losen Teile auf gegenüberliegenden Seiten
des Knotens herauskommen. Im Samariterknoten enden sie auf der gleichen
Seite.
Dieser Knoten hat keine Haltekraft und löst sich unter Spannung.
Probier es aus und überzeuge Dich!
Tipp:
Benutze diesen Knoten nur für Tricks.

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Der Weberknoten wird gewöhnlich benutzt um zwei Enden
unterschiedlicher Dicke zu verbinden. Im dickeren Ende wird eine Bucht
gelegt und das dünnere Ende wird von unten durch die Bucht geführt,
hinten um diese herum und dann unter sich selbst gesteckt.
Beim Weberknoten müssen die beiden losen Teile der selben
Seite der Bucht herauskommen, wie hier gezeigt. Es kann leicht
passieren, dass die beiden Teile auf gegenüberliegenden Seiten
herauskommen, dann handelt es sich um einen falschen Weberknoten. Dieser ist auf jeden Fall zu vermeiden, da er weniger
sicher ist.
Tipp:
Wenn die Endenstärken sehr unterschiedlich ist, oder starke
Beanspruchung vorliegt, benutze den doppelt gekreuzten Weberknoten.

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Der doppelt gekreuzte Weberknoten ist eine sichere Form des
gekreuzten Weberknotens.
Mit dem dickeren der beiden Enden wird eine Bucht gelegt, das dünnere
Ende wird von unten durch die Bucht geführt, zweimal um die Bucht herum
und unter sich selbst gesteckt.
Tipp:
Er ist besonders nützlich, wenn die Enden sehr unterschiedlich dick
sind, oder der einfach gekreuzte Weberknoten nicht sicher genug
erscheint.

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Dies ist ein falsch geknüpfter Weberknoten.
Ein Fehler der
sehr leicht passiert. Die losen Teile des Endes müssen beide auf der
selben Seite des Knotens herauskommen und NICHT auf gegenüberliegenden
wie hier gezeigt. Die Haltbarkeit dieses Knotens ist stark vermindert
und er sollte vermieden werden.
Tipp:
Vermeide diesen Knoten auf jeden Fall.
Benutze immer den
Weberknoten.
Tipp:
Benutze diesen Knoten nicht um unterschiedlich dicke Enden zu
verbinden.

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Der Maurerknoten wird benutzt, um ein Ende an einem Balken zu
befestigen, wenn es nicht auf Sicherheit ankommt. Dieser Knoten zieht
sich unter Belastung zu, lässt sich aber sehr einfach lösen, wenn das
eine Ende gelockert wird.
Lege das Ende um den Balken, dann führe das lose Ende um den
stehenden Teil des Endes. Dann wickle das lose Ende drei- bis viermal um
sich selbst.
Tipp:
Sehr gut geeignet um Stämme hinter sich her zu ziehen!

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Der Fischerknoten wird benutzt um zwei ähnlich dicke, glatte Enden zu
verbinden. Er wird von Anglern benutzt um deren Angelleinen zu
verknüpfen und ist besonders wirkungsvoll bei dünnen Seilen und Garnen.
Wir verwenden diesen Knoten auch bei unseren Pfadfinderhüten, um die
Länge der Lederschnur variabel gestalten zu können.
Binde einen Einfachen Knoten um das zweite Ende. Dann lege einen
Einfachen Knoten um das erste Ende. Achte darauf, die Knoten so zu
binden, dass sie gut aneinander liegen wenn die festen Enden angezogen
werden.

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Dieser Knoten ist schnell und sicher, um ein Ende an einem Balken zu
befestigen. Er zieht sich selten zu, kann sich unter Spannung sogar
lösen, wenn sich der Balken dreht. Oft benutzt um Bünde zu beginnen und
beenden.
Mit ein bisschen Übung kann er einhändig gebunden werden. Besonders
nützlich für Segler!
Tipp:
Wenn Gefahr besteht, dass sich der
Mastwurf löst, schlage mit dem losen Teil zwei halbe Schläge um den
festen Teil (Mastwurf mit
zwei halben Schlägen)!
Tipp:
Der doppelte Mastwurf kann als Mastwurf mit einer
zusätzlichen Windung betrachtet werden.
Tipp:
Für Lagerbauten benutze den Rundtörn mit zwei halben Schlägen statt
des Mastwurfes um Bünde zu beginnen und beenden. Er wird sich nicht
lösen und ist einfacher. Er sieht nur nicht so schön aus!


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Ein häufig benutzter Knoten, um eine Schlinge in ein Ende zu binden.
Sie hat, im Gegensatz zu anderen schlingenbildenden Knoten den Vorteil,
sich nicht zuzuziehen.
Lege ein Auge (die Richtung ist wichtig) und stecke den losen Teil
von unten durch das Auge, hinten um den stehenden Teil und von oben
zurück durch das Auge.
Ein Vers um sich den Knoten zu merken geht so: "Das Kaninchen kommt
aus dem Loch, um den Baum herum und wieder zurück ins Loch". Das Loch
ist das Auge und das Kaninchen der freie Part des Endes.
So wie der falsche Weberknoten ein Weberknoten ist, bei dem die
freien Enden auf der falschen Seite des Knotens herauskommen, ist auch
bei der Rettungsschlinge darauf zu achten, dass die beiden Enden auf der
gleichen Seite herauskommen, sonst entsteht die Cowboy-Rettungsschlinge,
die das selbe Problem aufweist wie der falsche Weberknoten.
Tipp:
Habe keine Hemmungen, diesen Knoten für Schlingen jeder Größe
einzusetzen.
Tipp:
Für zusätzliche Sicherheit, beende den Knoten mit einem Endknoten wie
dem Achterknoten, um zu verhindern, dass sich die Rettungsschlinge löst.
Tipp:
Wenn dieser Knoten zum Personentransport benutzt wird, vielleicht bei
einer Bergungsaktion, wenn kein Abseilgeschirr vorhanden ist, ist die
Verwendung des Endknotens ZWINGEND.

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Einer der am meisten unterschätzten Knoten in der Pfadfinderei. Der
Prusikknoten wird benutzt um ein Ende an einem anderen in der Weise zu
befestigen, dass das erste Ende leicht am zweiten entlanggeschoben
werden kann.
Wenn die Enden auf Spannung liegen und sie eine gerade Linie bilden,
sitzt der Prusikknoten fest auf dem ersten Ende. Wenn die Spannung
gelockert wird, kann er leicht auf dem ersten Ende in eine neue Position
geschoben werden.
Tipp:
Benutze diesen Knoten, wenn du ein Spannseil ohne Spanner hast. Binde
ein Ende um den Haring und benutze den Prusikknoten um den anderen Teil
am Spannseil zu befestigen.
Tipp:
Benutze den Knoten für Lagerbauten wie z.B. Hängetische. Ein
Prusikknoten in jedem Halteseil ermöglicht einfache Justierung und einen
austarierten Tisch.
Tipp:
Wenn die Justierung beendet ist, fixiere den Prusikknoten mit einem
Endknoten wie dem Achterknoten in dem anderen Ende unterhalb des
Prusikknotens

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Wird von Seglern dazu benutzt, um ein Boot an einem Ring zu
befestigen, oder von uns, um einen Bund zu beginnen und zu beenden.
Führe den losen Teil des Endes zweimal um den Balken, dann über den
stehenden Teil, darunter zurück und nochmal über sich selbst um einen
halben Schlag zu bekommen. Das wird für den zweiten Halbschlag
wiederholt.
Dieser Knoten hat einen großen Vorteil - Er zieht sich kaum zusammen!
Besser als die Achterschlinge um Bünde zu starten und beenden, weil
die halben Schläge das Aufrollen des Knotens verhindern. Die
Achterschlinge sieht besser aus, neigt aber zum Aufrollen und läst sich
nicht so leicht festziehen, wenn man einen Bund beendet.

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Die Seilverkürzung ist ein Knoten, der es ermöglicht, ein Ende zu
kürzen ohne es zu zerschneiden.
Der Knoten ist nur unter Spannung haltbar, er fällt auseinander wenn
er gelockert wird.
Tipp:
Benutze bis zu fünf halbe Schläge an jeder Seite der Seilverkürzung
um sie sicherer zu machen und um die Kürzung exakt anzupassen.
Tipp:
Zerschneide niemals ein Ende um es zu kürzen! Benutze immer einen
Verkürzungsknoten wie die Seilverkürzung oder wickele den Überschuss
auf.

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