Pfadi Seeland Scouts

                 

 

Erste Hilfe

Pfadis sind keine alten Tanten und müde Grossättis. Sie unternehmen viel, und manchmal gibt's dabei halt ein kleines Bobo. Manchmal sogar ein grosses, und in beiden Fällen ist es wichtig, dass man richtig reagiert. Bei einem schweren Unfall musst man zuerst herausfinden, was der Patient genau für Verletzungen hat. Dabei geht man nach der ABC-Methode (früher GABI) vor.

Kleine Verletzungen

In der Pfadi kommt es relativ häufig vor, dass sich jemand an der Haut verletzt (z.B. Schürfung, Schnitt oder Verbrennung). Meist sind es kleine Verletzungen, die du relativ rasch behandeln kannst.

Kleine Verbrennungen

Bei Sonnenbrand trägst du eine Brandsalbe auf. Besser ist aber, sich genügend vor der Sonne zu schützen!

Wenn du einen heissen Gegenstand berührst oder dich verbrühst, steckst du die verbrannte Stelle etwa 15 Minuten in kaltes Wasser und schmierst sie dann mit etwas Salbe gegen Verbrennungen ein. Kein Pflaster, höchstens mit steriler Gaze abdecken.

Ist die Verbrennung grösser als eine Handfläche oder ist sie im Gesicht, Gelenk oder der Leistengegend unbedingt sofort den Arzt aufsuchen!

 

Schürfungen

Eine Schürfung reinigst du zuerst, stäubst sie dann mit etwas desinfizierendem Puder oder Spray ein und verbindest sie.

Abdeck-Verband aus Gaze und Heftpflaster für Schürfungen und andere Bobos: Bild Erste Hilfe 1
   

Schnittwunden

Wenn du dich schneidest, musst du die Wunde desinfizieren (z.B. mit Merfenspray) und mit einem Pflästerli abdecken. Und wo schneiden sich die meisten Pfadis, wenn sie mit einem Messer herumfummeln? Natürlich in den Finger, und wenn's ganz dumm geht, in die Fingerkuppe. So was blödes, denn dann musst du das Pflaster sozusagen um die Ecke ankleben, und das hält selten lange, ausser wenn du das Pflaster wie auf dem nebenstehenden Bild präparierst. Wichtig ist auch, dass du den "Patienten" hinsetzt, damit er vor Schreck, wenn er Blut sieht, in Ohnmacht fällt. Bild Erste Hilfe 2

Zerrungen und Prellungen

Es kann aber auch was Gröberes vorkommen wie Verstauchungen, Zerrungen und Prellungen. In einem solchen Fall musst du die verstauchte Gliedmasse

1. hoch lagern
2. einsalben mit einer kühlenden Salbe (z.B. essigsaurer Tonerde, oder einfach in eine Tuch gewickeltes Eis auflegen)
3. mit einem stützenden Verband (elastische Binde) versehen

Verbände

A propos Verbände: Hast du gewusst, dass du dein Pfadifoulard auch zu Samariterzwecken verwenden kannst? Hier einige Beispiele:
 

Deckverbände

Bild Erste Hilfe 05 (sollen vermeiden, dass Schmutz in die Wunde kommt)

Armbinde

Bild Erste Hilfe 06 (z.B. bei Verstauchung oder Bruch)

 

Lagerungen

Und wenn noch was Gröberes geschieht, z.B. ein Schock, eine Hitzeschlag, oder wenn der Patient bewusstlos ist- was dann? Oft ist eine richtige Lagerung des Patienten gefragt. Die folgenden Lagerungen und Massnahmen solltest du kennen:

Seitenlagerung

für Bewusstlose

 

Bild Erste Hilfe 07
Bewusstlosenlagerung:

 

Achte darauf, dass der Patient frei atmen kann (Mund muss offen sein; eventuell hat er noch ein Täfeli oder ein Chätschgi im Mund). Gib Bewusstlosen nie was zum Trinken und benachrichtige einen Arzt oder ein Spital.

Unfall

Und wenn ein wirklich schlimmer Unfall passiert?
Dann ist es wichtig, dass du einige Notfall-Telefonnummern kennst:

Polizei: 117
Rettungsflugwacht (Rega): 1414
Krankenwagen: 144
Toxikologisches Institut (bei Vergiftungen):  145

 

Stand 07.Augusti 2008